Einmal im Jahr ist ein Besuch auf der Gemeindealpe für mich Pflichtprogramm (und das traditionellerweise Ende April – Anfang Mai). Genau deshalb ging es heuer am 1. Mai für meinen Freund und mich vom Bahnhof Mitterbach auf den Gipfel der Gemeindealpe, weiter zum Schutzhaus Vorderötscher (Saisonstart 1. Mai) und über die Ötschergräben zum Bahnhof Wienerbruck. Eine sehr schöne, abwechslungsreiche, panoramareiche und teils anspruchsvolle Wanderung für die wir gesamt (inklusive etwas mehr als einer Stunde Pause) etwa 8 Stunden gebraucht haben. Für die Anreise aus Wien starten wir um 7:18 Uhr vom Wien Westbahnhof mit dem CJX5 nach St. Pölten und steigen dort in die (malerische) Mariazellerbahn um und erreichen den Start der Tour – Bahnhof Mitterbach – pünktlich um 9:57 Uhr. Um 18:00 Uhr erreichen wir unser Ziel der Tour – Bahnhof Wienerbruck – und genießen beim Imbiss noch ein Eis und Wedges bevor es um 18:25 Uhr zurück nach St. Pölten und weiter nach Wien geht.
Auf die Gemeindealpe
Vom Bahnhof Mitterbach geht es kurz ins Dorf hinein, vorbei an der Kirche und kurz darauf rechts hinauf auf einen Pfad. Hier ist die Gemeindealpe direkt angeschrieben (2,5 Stunden Gehzeit). Wir folgen dem Weg, der Markierung und der Beschilderung durch den Wald, über die Skipiste und kurz vorm Gipfel über den Mulisteig hinauf auf die Gemeindealpe. Nach 2 Stunden wandern erreichen wir das Gipfelkreuz und genießen den Ausblick und die Sonne im Gesicht. Vom Gipfelkreuz geht es vorbei an den Sendern auf die Wiese hinterm Terzerhaus, wo wir unsere selbstmitgebrachte Jause und eine gemütliche Pause genießen.






Abstieg zu den Ötschergräben
Nach der Pause machen wir uns bereit für den Abstieg, welcher zuerst etwas steil über kleine Serpentinen und über eine Wiese führt. Kurz vor der Halterhütte geht es nochmal ein Stück bergauf. Bei der Halterhütte angekommen nutzen wir den Moment, um den Ötscher vor uns zu bestaunen. Von der Halterhütte geht weiter bergab zu den Ötschergräben (Markierung und Beschilderung folgen). Für den ersten Teil des weiteren Abstiegs müssen wir einige Schneefelder durchqueren, bevor es recht gemütlich durch den Wald weiter geht. Nach nicht ganz zwei Stunden Abstieg erreichen wir das Schutzhaus Vorderötscher, wo wir auf Getränke einkehren.






Ötschergräben
Vom Schutzhaus geht es weiter in die Schluchten hinein und hinunter, zuerst noch neben dem Greimelbach und schließlich neben dem Ötscherbach. Der gesamte Weg durch die Ötschergräben ist beeindruckend und wir wären am liebsten alle 100 Meter stehen geblieben. Teils überqueren wir leicht ausgesetzte Stellen und Passagen mit Drahtseilsicherung, wobei der Weg stets sehr schmal ist, was bei regem Gegenverkehr immer wieder heißt, dass man stehen bleiben muss. Für die Durchquerung der Ötschergräben brauchen wir etwas zwei Stunden, wobei wir auch hier beim Mirafall nochmal eine Pause einlegen und den beeindruckenden Wasserfall beobachten. Am Ende der Ötschergräben geht es nochmal bergauf, teils über Stufen und durch Felsenwände durch bevor wir am Stausee Wienerbruck ankommen und somit unser Ziel (Bahnhof Wienerbruck) nach gut 8 Stunden Wanderung erreichen.







Fazit
Eine wundervolle aber durchaus anstrengende und anspruchsvolle Tour aufgrund der Länge, der Höhenmeter und der steilen Auf- und Abstiege. Am Weg gibt es mehrere Einkehrmöglichkeiten (Öffnungszeiten beachten) und sehr nette Jausenplätzchen für Pausen. Der Ausblick über die umliegenden Berge inkl. Ötscher, Dürrenstein, Hochschwab und Hohe Veitsch ist einfach atemberaubend vorallem bei einem wolkenlosen Himmel. Ich gehe wirklich gerne auf die Gemeindealpe (besonders in der Nebensaison), weil ich immer wieder aufs Neue von der Aussicht beeindruckt bin und einfach nicht genug bekommen kann. Die Ötschergräben sind, neben der Gemeindealpe, natürlich auch ein spektakuläres Highlight und man hat hier in den Gräben und der Schlucht auf über 6 km Zeit die schroffen Felswände, die Wasserfälle, das kristallklare Wasser und die einzigartige Natur zu genießen. Ganzheitlich eine Tour die ich bestimmt nicht zum letzten Mal gemacht habe.



