Am Ostersonntag und genau in der Hochsaison der Marillenblüte entscheide ich mich für eine Wanderung in der Wachau. Von Wien starte ich um kurz nach 8:00 Uhr mit dem Zug (S4 bis Absdorf-Hippersdorf und weiter mit dem REX4 nach Krems) nach Krems, wo ich um 10:08 Uhr ankomme und in den Bus 720 Richtung Melk umsteige. Bei der Station St. Lorenz Bundesstraße steige pünktlich um 10:47 Uhr aus und starte direkt bei der Busstation die Wanderung. Von St. Lorenz geht es hinauf zum Seekopf (Aussichtspunkt), weiter nach Maria Langegg, nochmal hinauf zur Burgruine Aggstein und schließlich hinunter nach Aggsbach Dorf, wo ich auch endlich die Marillenblüte sichte. Von Aggsdorf geht es um 17:11 Uhr (mit ca. 5 Minuten Verspätung) mit dem Bus 720 nach Melk und von dort mit dem CJX5 zurück nach Wien. Eine wunderschöne ruhige, abwechslungsreiche und frühlingshafte Wanderung.
Die Tour
Die Wanderung startet direkt rechts hinter der Busstation St. Lorenz Bundesstraße. Ein kleiner gelber Wegweiser mit der Aufschrift „Zugweg Welterbesteig“ zeigt mir den Weg und es geht direkt steil bergauf durch einen wunderschön natürlichen Wald. Es geht vorbei an einer Kletterwand immer weiter bergauf mit Blick auf Weißenkirchen. Nach etwas mehr als 30 Minuten komme ich bei einem Aussichtspunkt an (den Namen habe ich tatsächlich vergessen …) und genieße meine erste Pause bevor es weiter hinauf zum Seekopf geht.





Den Aussichtpunkt (und Turm) Seekopf erreiche nach etwa 1,5 Stunden Wanderung durch Gneis-Felsen und Eichen- und Kiefer-Wäldern bei strahlendem Sonnenschein. Natürlich gehe ich auf den Aussichtsturm und staune über den Weitblick zum Schneeberg, Ötscher, Dürrenstein und noch weiter.


Nach einer kurzen Pause geht es bergab weiter zuerst auf schmalen Serpentinen und schließlich auf der Forststraße, vorbei an einem kleinen Teich immer entlang des Welterbesteig nach Maria Langegg bzw. Aggsbach/Burgruine Aggstein. Kurz nach dem Teich treffe ich bei einer Gedenkstätte einen Herren und komme ins Plaudern. Er erzählt mir von seinen zahlreichen Wanderungen und Radausflügen in der Wachau und dem Schicksal seiner geliebten Gattin (Gitti), welche an der Gedenkstätte bei einer gemeinsamen Wanderung plötzlich und unvorhersehbar ihr Leben verlor. Ich hinterlasse im Buch bei der Stätte Worte in Gedanken an Gitti und begebe mich weiter auf meine Wanderung, welche mich vom Welterbesteig auf den Österreichischen Jakobsweg bringt. Um etwa 14:45 Uhr erreiche ich Maria Langegg und genieße nochmal eine Pause auf einer Bank.







Von Maria Langegg geht es nochmal bergauf über Forststraßen auf dem Wanderweg zur Burgruine Aggstein (rote Wanderschilder), welche ich um ca. 16:00 Uhr erreiche. Von der Burgruine geht es ganz kurz über den Parkplatz und dann einen kleinen Weg bergab nach Aggsbach Dorf, welcher nach einer Querung der Autostraße zu einem asphaltierten Forstweg wird.


Kurz vor meinem Ziel erblicke ich auch tatsächlich noch die Marillenblüte im Sonnenschein und Bergpanorama im Hintergrund. Bei den Marillenbäumen geht es vorbei ins Dorf hinein. Im Dorf angekommen bleibe ich auf der Hauptstraße bis zum Gemeindeamt, vor welchem sich die Busstation befinden. Von hier geht es mit dem Bus 720 nach Melk und zurück nach Wien.


Fazit
Die Wachau enttäuscht mich nie und trotzdem bin ich zu selten dort. Umso mehr habe ich mich auf diese Wanderung gefreut und das obwohl ich ein wenig Angst vor dem Ansturm auf die Marillenblüte hatte. Zu meinem Erstaunen war ich während der Wanderung sehr oft und Kilometerlang alleine unterwegs und hatte zu guter Letzt die Marillenblüte in Aggsbach Dorf ganz für mich alleine. Die Wanderung startet direkt mit einem steilen Aufstieg, welcher aber sofort mit einem Panorama-Blick am Seekopf belohnt wird. Der Weg vom Seekopf bis nach Maria Langegg ist einfacher und dadurch auch sehr entschleunigend und ruhig mit einem stetigen auf und ab. Immer wieder finde ich nette Pausenplatze und auch die ein oder andere Blindschleiche in der Sonne. Allesamt ist es eine abwechslungsreiche Wanderung, welche man in etwa 6 Stunden Gehzeit (ohne lange Pausen) schaffen kann und welche ich die nächsten Jahre bestimmt nochmal gehen werde.



