Gar nicht narrisch auf den Narrenkogel

Foto: Nikolaus Vogl

Der Narrenkogel ist ein wunderbarer Aussichtsberg bei Umhausen im Ötztal. Seine Höhe ist für „Ötztaler Verhältnisse“ bescheiden, aber dafür ist er schon früh im Jahr gut begehbar und wartet mit einer traumhaften Aussicht insbesondere auf den Geigenkamm und ins grüne Ötztal hinunter auf. Zusätzlich bietet dieser Berg mit dem Stuibenfall – immerhin Tirols größter Wasserfall – ein wahrhaft spektakuläres Highlight auf. Der luftige Weg entlang dem Wasserfall ist nicht weniger spektakulär. Alles in allem also wenig narrisch mal hier herauf zu gehen…

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Durchs Inntal nach Umhausen im Ötztal

Die Anreise erfolgt durch das Tiroler Inntal mit dem Railjet oder dem REX bis Ötztal-Bahnhof. Von hier verkehrt im 30-Minuten-Takt die VVT-Linie 320 ins Ötztal hinein bis Obergurgl. Wir nutzen den Bus bis Umhausen Dorf.

Von Umhausen zu Tirols größtem Wasserfall

Wir durchqueren Umhausen in Richtung Stuibenfall und befinden uns nach kurzer Zeit inmitten grüner Wiesen, die wir in Richtung des deutlich sichtbaren Geländeeinschnitts in Richtung Niederthai hinauf durchqueren. Nachdem der Waldrand passiert wird steigt die Straße zumehmend an, wir passieren die Jausenstation Stuböbele und kurz darauf wird der Stuibenfall sichtbar. Die Straße endet und der Weg führt in einigen steilen Kehren weiter taleinwärts. Hier ist bereits der untere Teil des Wasserfalls sichtbar. Eine gewagte Hängebrücke gerät ins Sichtfeld, die es jetzt zu überschreiten gilt.

Über luftige Wege am Wasserfall entlang

Die Brücke schwankt beim Begehen, nicht für jeden was. Der Blick geht jetzt immer zum Wasserfall und über viele turmartig gebaute Treppenstufen geht es rasch aufwärts. In beeindruckender Weise fallen die Wassermassen hier gut 150 Meter in die Tiefe, ein Naturschauspiel erster Klasse. Ganz oben durchlaufen die Wassermassen noch ein natürliches Felstor. Hier endet auch der parallel geführte Klettersteig, der alternativ begangen werden kann (Schwierigkeit B/C, kurze Stellen C).

Auf den Narrenkogel

Vom oberen Ende des Wasserfalls ist schnell der Gasthof Stuibenfall erreicht und weiter geht es auf einer Fahrstraße zum Weiler Höfle. Wir verlassen die Fahrstraße, folgen der Beschilderung zum Narrenkogel. Von hier weg geht es durchgehend steil aber insgesamt gut begehbar durch den Wald bergan. Nachdem der Weg von Niederthai herauf einmündet wird es etwas flacher, der Wald wird lichter und die Anhöhe Bergle wird erreicht. Der Weg knickt hier auffällig nach Osten ab und erneut steil erreichen wir schließlich den Gipfelbereich. Unvermittelt wird eines der beiden Gipfelkreuze sichtbar – nur noch 100hm. Der Gipfel besteht aus zwei Kuppen, deren niedrigere jedoch das größere Kreuz trägt. Die Aussicht wird geprägt durch den gegenüberliegenden Geigenkamm mit seinem Hauptgipfel, im Süden glitzern die Schneeflächen der Ötztaler Dreitausender, im Tal unten leuchtet es satt grün herauf.

Eine Erweiterung der Tour zum Poschachkogel (+250 Höhenmeter) wäre möglich, der Gipfel ist im Osten bereits gut sichtbar. Für den Abstieg wäre auch eine Variante über die Nordseite des Berges möglich; diese trifft bei Höfle, also noch oberhalb des Wasserfalls, wieder auf die Aufstiegsroute.

Abstieg mit Waalweg als Zuckerl

Der Abstieg folgt dem Aufstiegsweg, nicht jedoch ohne nochmals ausgiebig das Naturschauspiel am Wasserfall auszukosten. Nach Erreichen der Jausenstation Stuböbele bietet es sich an, für den verbleibenden Rückweg nach Umhausen den Waalweg zu wählen. Waale sind historische, künstliche Bewässerungssysteme. Der Weg folgt dem Wassergraben um den Berg herum, begleitet werden wir vom munteren Plätschern des Wassers. In früheren Zeiten bewässerten die Umhausener so ihre Anbauflächen im Tal, auf denen hauptsächlich Flachs angebaut wurde. Dieser wurde zur Produktion von Leinen genutzt und vom Ötztal nach ganz Europa exportiert.

Der Waalweg. Foto: Nikolaus Vogl
Der Waalweg. Foto: Nikolaus Vogl

Nach dem Waalweg erreichen wir beim Umhausener Badesee die Niederthaier Straße, diese führt in wenigen Minuten ins Ortszentrum und zur Bushaltestelle. Das Wasser spielt auch heute noch eine wichtige Rolle in Umhausen. Zahlreiche Brunnen sind über das Ortsgebiet verteilt, die in früheren Zeiten der Wasserversorgung der Bevölkerung dienten. Heute liefern sie nach wie vor bestes Trinkwasser.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   6:30 Std Wandern   1.300 HM   1.300 HM   13.5 km   GPX Track

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