Ich mag es ja sehr, mich von den Tourenberichten meiner BzB-Kolleg:innen inspirieren zu lassen, sie leicht abzuändern, neu zu gehen – und manchmal (so wie jetzt gerade) auch neu zu schreiben.
Diese Vorfrühlingstour habe ich für vier liebe Mitbewohnis geplant – mit den folgenden Bedingungen: Fahrzeit ab Wien maximal 1 Stunde, gemütliche Wanderung, bei der man gut nebeneinander gehen kann. Feine Pausenplätze, wenns geht noch schöner Ausblick und mögliche Einkehr am Ende.
Veronikas Tour bei Hainburg wurde zur „Vorlage“ – ja, und sie war so schön, dass ich sie auch nicht stark abgeändert habe.

Von der Nachtschicht nach Wien-Mitte
Wir vier starten von Meidling und treffen Mitwanderer Nummer fünf bei Wien-Mitte. Er kommt gerade aus dem Nachtdienst. Nach Kaffee ist uns allen, aber die Uhr drängt – der Zug fährt schon ein, für den Cappuccino müssen wir es also zuerst nach Hainburg schaffen.
Die Fahrzeit von ziemlich exakt einer Stunde vergeht wie immer wie im Flug (haha) und schon steigen wir an einem der sage und schreibe drei Bahnhöfe in Hainburg an der Donau aus, nämlich in: „Hainburg/Donau Kulturfabrik Bahnhst“.

Wir spazieren die Donau entlang, um uns ein bisschen zu orientieren und ja, auch auf der Suche nach Kaffee. Hand aufs Herz. So kommen wir auch am Bahnhof Nummer zwei „Personenbahnhof“ vorbei. Durch eines der mittelalterlichen Stadttore erreichen wir die wirklich schöne Altstadt von Hainburg. Sie ist an diesem Mittwoch zwar sehr ausgestorben, aber eine Bäckerei finden wir.

So mag ich ja Wanderungen am liebsten: Wenn sie mit einem kleinen (zweiten) Frühstück an einem schönen Ort starten. Ich glaub, die Statistik, dass Öffi-Wanderer:innen gut für die Wertschöpfung in kleinen Orten und Gemeinden sind, wird durch mich maßgeblich verstärkt.
Ich schau noch einen Sprung in der Tourist:innen-Information vorbei, schließlich ist das süße Hainburg auch eine „Kleine historische Stadt“ und man kriegt ein Pickerl für den Sammelpass, wenn man dort ist. Auch in der Info sind die Menschen sehr zuvorkommend und freuen sich über den vielleicht doch recht überraschenden Besuch an diesem Mittwochvormittag!
Bärlauchmeer am Hundsheimer Berg
Jetzt geht’s aber endlich in Richtung Natur – die Sonne strahlt und lockt uns ins Grüne. Über die Hummelstraße geht’s hinauf Richtung Hundsheimer Berg. Einige Wegweiser unterwegs zeigen uns bereits, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Sobald wir die Carnuntumstraße gekreuzt haben und die kleinen Waldwege erreichen, sind wir ganz beglückt. Es erwartet uns ein Meer an Bärlauch und Frühlingsblumen. Wunderschön!


Es gibt zwei Wege auf den „Gipfel“ – eine längere Serpentinen-Forststraße und einen steilen Waldweg. Wir entscheiden uns für eine Mischung aus beiden. Ja, wir sind echt gut im Finden eines Gruppenkonsens.

So stehen wir schon bald oben, am Gipfel des Hundsheimer Berges (480 Meter) und tatsächlich kann sich der Ausblick sehen lassen. Es ist zwar diesig, aber wir genießen es dennoch, runter auf Hainburg, die Donau, die vielen Windräder zu blicken.

Begegnen tun wir keinem Menschen. Mittwochs machen die meisten ja doch etwas anderes und ich bin an dieser Stelle wieder froh über meine Selbständigkeit und die Dienstpläne der anderen, die einen freien Tag unter der Woche möglich machen.

Einfach in der Sonne liegen und eine Skyline
Unser Weg führt uns am Kamm des Berges sanft weiter, in eine Heidelandschaft, die mich kurz an die Perchtoldsdorfer Heide erinnert. Wiesen, Frühblüher, sanfte Ausblicke über die Gegend. Richtig schön!

So schön, dass wir uns Zeit lassen und auch nicht darauf vergessen, mal eine halbe Stunde einfach nur in der Sonne zu liegen.

Aus dem Hundsheimer Berg wird der „Hexenberg“, dessen Gipfel wir auslassen und leicht unterhalb an der Nordseite vorbeigehen. Dann halten wir uns an meine Wegplanung aus der AVaktiv-App und an den Hinweis „Fliegerdenkmal“ und so machen wir an der Westseite des Hügelrückens einen Knick und bekommen damit auch einen neuen Ausblick zu Gesicht: Die Skyline von Bratislava!
Burgruine Hainburg: Next time!
Wir steigen – kurze, felsige Passage – also beim Fliegerdenkmal ab bis fast nach Hundsheim (das von oben ebenso nett wie ausgestorben aussieht) und nehmen den Schafweg über das Weiße Kreuz wieder in Richtung Hainburg zurück.

Die Forststraße ist friedlich und da wir sonnenhungrigen Pausenfans spät dran sind, wird es langsam auch schon wieder Abend. Ich mag ja Forststraßen, weil man so gut nebeneinandergehen und sich unterhalten kann. Das ist schön, und mit diesen großartigen Mitbewohnis umso mehr. Wir sind also alle am Plaudern und Schauen und Genießen und schwupps, haben wir – mit wenigen Höhenmetern bergauf und bergab zwischendurch – schon wieder die Siedlung (Bremsiedlung) in Hainburg erreicht. Die Burgruine stand noch so vage auf meinem Plan, ob der fortgeschrittenen Zeit lassen wir sie aber aus. Next time! Sie sieht aber sehr beeindruckend aus.

In Hainburg selbst irren wir ein wenig umher, um die erhoffte Einkehrmöglichkeit noch zu finden. Schließlich wird es die Pizzeria „Marko“ am Hauptplatz, den wir schon von unserem Vormittagskaffee kennen. Wirklich gute Pizzen, und auch für Vegetarier:innen und Veganer:innen ist etwas dabei. Große Empfehlung!
Bei Bahnhof Nummer zwei („Personenbahnhof“) schauen wir nochmals kurz zur Donau runter, die in der Dunkelheit des Frühlingsabends leise vor sich hin blubbert und plätschert. Tschüss, Donau! Tschüss, Hainburg!
Unser Zug kommt und in einer Stunde sind wir wieder in Wien.
Fazit
Ich war wirklich sehr begeistert von dieser Tour, die all meine Kriterien erfüllt hat – von Wien aus flott zu erreichen. In einer Gegend, die ich noch so gar nicht kannte. Mehrere schöne Pausenplätze am Hundsheimer Berg. Feine, sanfte Ausblicke in Richtung Hunsheim, Hainburg und Bratislava. Die Donau unter uns. Sehr gemütliche Tour ohne große Anstrengungen, super zum Plaudern, Anknüpfen, und auch für Gruppenprozesse. Und nicht zu vergessen: Sowohl ein Vormittagskaffee am Hauptplatz als auch eine Abendessenspizza ist möglich. 10/10!





Ich kenne bisher nur die ebenfalls sehr empfehlenswerte Wanderung auf den benachbarten Braunsberg. Ich glaube, diese auf den Hundsheimer Berg werde ich bald mal machen. 🙂
Wir gehen jedes Jahr im frühen Frühling auf den Kogel. Floristische Pracht garantiert! Frühlingsadonis, Küchenschelle, Schwertlilien, Schneeglöckchenwald, blühende Büsche aller Art.
Geheimtipp: der Heurige in Prellenkirchen.
Hannes