Es gibt Premieren, die man so schnell nicht vergisst. Meine erste Bike & Hike-Tour mit der Koralmbahn gehört definitiv dazu. Wenn die Reise mit dem Zug in Graz beginnt und man nur wenig später bereits das italienische Lebensgefühl spürt, dann weiß: Das Nachbarland im Süden ist durch die neue Bahninfrastruktur ein gewaltiges Stück näher gerückt. Mein Ziel war der Monte Re, ein Gipfel, der hoch über Cave del Predil (vormals Raibl) thront.
Steckbrief
| Bike: 600 Hm und 48 km | Hike: 900 Hm und 7 km |
Ich starte frühmorgens mit dem ersten ICE von Graz aus in Richtung Kärnten. Nach einem Umstieg in die S-Bahn in Villach kann die Rad-Etappe in Arnoldstein beginnen.
Alpe-Adria-Radweg
Entlang des sehr empfehlenswerten Alpe-Adria-Radwegs, teilweise auf der ehemaligen Bahntrasse, fahre ich leicht bergauf Richtung Grenzübergang in Thörl-Maglern und weiter über Coccau nach Tarvis.


Cave del Predil
Nach etwa einer Stunde erreiche ich die aufgelassene Bahnstation Tarvisio Città. Dort verlasse ich den Alpe-Adria-Radweg in Richtung Sella Nevea und Cave del Predil. Die Straße wird auch hier nicht richtig steil, doch es geht stetig bergauf. In Cave del Predil angekommen, halte ich mich in Richtung Kirche, quere eine markante Holzbrücke und folge, noch immer radelnd, den ersten Wegweisern zum Monte Re.


Bei einem alten Bergwerksgebäude am Ende des Schotterwegs stelle ich schließlich mein Fahrrad ab, quere ein trockenes Bachbett und gelange so zum Steig.

Weiter zu Fuß
Der knackige Steig führt durch dichten Wald und später über felsiges Gelände – zunächst bis zum Piccolo Monte Re. Eine kleine Wiese lädt zum Verschnaufen ein, und das außergewöhnliche Gipfelkreuz, das aus Werkzeugen der Bergleute gefertigt wurde, möchte bestaunt werden. Kurz geht es nun bergab und dann durch einen schönen Buchwald wieder aufwärts. Nachdem ich den Wald verlasse habe, geht es durch eine Latschengasse wieder sehr steil und schottrig Richtung Gipfel. Aber je höher ich steige desto mehr öffnet sich dann auch das Panorama auf den Lago del Predil und die gegenüberliegenden Bergmassive.



Monte Re
Am Gipfel angekommen, erwartet mich eine fantastische Aussicht. Der 1.912 Meter hohe Monte Re steht wie ein Logenplatz in den Julischen Alpen. Nach einer ausgiebigen Rast und den obligatorischen Gipfelfotos geht es auf demselben Weg wieder steil bergab. Hier leisten mir meine Wanderstöcke gute Dienste. Beim Rad angekommen, erwartet mich eine etwas holprige Abfahrt in den Ort. Umso angenehmer ist Rückfahrt nach Tarvis und nach Arnoldstein.



In Cave del Predil lohnt sich ein Spaziergang durch den Ort. Zahlreiche Gebäude und Denkmäler zeugen von einer langen Bergbautradition der Region. Bereits in der Römerzeit wurde hier Bergbau betrieben, bevor das Bergwerk 1991 endgültig geschlossen wurde. Heute herrscht dort eine fast schon melancholische Stille. Verlassene Stollen und die Architektur der Bergarbeitersiedlung prägen das Ortsbild. Wer mehr über den Bergbau erfahren möchte, kann im Geopark von Cave del Predil/Raibl 1200 Meter Bergwerkstunnel auf verschiedenen Ebenen durchwandern und dabei interessante Einblicke in die Arbeit der Bergleute gewinnen.



Fazit
Meine erste Bike-&-Hike-Tour hat definitiv Lust auf weitere Touren in der Gegend rund um Tarvis gemacht. Es gibt noch unzählige schöne Ziele zu erkunden. Den Monte Lussari etwa als Bike-&-Hike-Tour, eine Radtour zu den Laghi di Fusine oder eine Dreiländerrunde von Arnoldstein über Tarvis, Kranjska Gora und den Loiblpass zurück nach Kärnten. Wer mit dem Zug nach Tarvis anreist, findet quasi um die Ecke vom Bahnhof Tarvisio Boscoverde die romantische Slizza-Schlucht, die zu einer Erkundungstour einlädt.



