Eine aussichtsreiche Wanderung auf den Murauer Hausberg, mit einem zusätzlichen Pluspunkt für alle Eisenbahnfreunde: Die Fahrt mit der Murtalbahn bis nach St. Lorenzen ob Murau zum Tourstart. Inklusive Happy-End in Murau. So wird ein klassischer Auto-Spaziergang (Straße bis Murauer Hütte) zu einer ausgiebigen Überschreitung.

In Unzmarkt steige ich in die Murtalbahn um. Auf schmalen Schienen tuckern wir nach St. Lorenzen ob Murau. Von dort möchte ich meine Tour auf die Frauenalpe beginnen. Die erste Markierung sehe ich schon vom Zug aus. Deshalb gehe ich vom Bahnhof ein Stück zurück und biege beim gelben Wegweiser nach rechts ab. Die „bittere“ Wahrheit: da steht Frauenalpe „4 Stunden“ – ist aber großzügig bemessen.


Wanderstart am Bahnhof St. Lorenzen ob Murau. Fotos Veronika Schöll
Aufstieg auf die Frauenalpe von St. Lorenzen ob Murau
Entlang des Lorenzerbachs gelange ich über die Grabenstraße bis zum E-Werk und einer Mühle. Hier überquere ich den Bach über eine Holzbrücke und wandere auf einer Wirtschaftsstraße in einigen Kehren aufwärts. Beim Gehöft Reiter genieße ich bereits die erste Aussicht auf die Bergketten nördlich von Murau.


Hier fehlt der Wegweiser, ich biege trotzdem nach links ab. Fotos Veronika Schöll
Noch ein weiteres Stück auf der Schotterstraße bis zur privaten, idyllisch gelegenen Grazer Hütte. Dann weiter auf einem weichen moosigen Wegerl durch den herrlichen steirischen Wald. Der steilt bald kräftig auf, irgendwo müssen die 1200 Höhenmeter ja untergebracht werden.

Beim Murmelfelsen erreiche ich die riesige Freifläche der Frauenalpe und erklimme durch bunt gefärbte Heidelbeerfelder den Gipfel. Freifläche bedeutet immer auch grandiose Aussicht und damit verwöhnt die Frauenalpe so richtig!

360 Grad Fernsicht am Gipfel der Frauenalpe
Oben bietet sich ein umwerfender Blick in alle Richtungen, im Süden sogar bis in die Karawanken. Traumhaft bei klarer Herbstluft.

Ich lege eine kurze Jausenpause ein und schaue mir die Nockberge, die sich drei Bundesländer – Kärnten Steiermark und Salzburg – teilen, genauer an. Herrlich! Die angeschriebenen Wanderungen nach Kärnten sind wirklich lang bis sehr lang, aber sicher reizvoll und einsam.

Hier am Gipfel ist es keineswegs einsam, so wie auf meiner Aufstiegsroute. Viele kommen mit ihren e-Bikes oder zu Fuß von der Murauer Hütte herauf, bis dorthin kann man ja auch mit dem Auto fahren. Ich möchte zwar auch in der Murauer Hütte einkehren, aber nicht über die breite Schotterpiste dorthin absteigen. Deshalb kehre ich zurück zum Murmelfelsen. Von dort quere ich unterhalb des Gipfels, lange die umliegende Bergwelt vor Augen. Bis ich schließlich auf den breiten Abstiegsweg vom Gipfel treffe und bei der Hütte lande.

Bei Kaffee und einem warmen Schokoküchlein mit Vanilleeis genieße ich erstklassige steirische Gastfreundschaft auf der Murauer Hütte.

Bieriger Abschluss in Murau
Nach dieser schönen Jause bin ich bereit für den Abstieg über den echt steilen Shared Trail nach Murau. Gut, dass die e-Biker alle über die Straße runterfahren :-). Und auch gut, dass ich unten angekommen noch eine Stunde Zeit habe, bevor ich mit der Murtalbahn wieder nach Unzmarkt zurückfahre.
Murau ist übrigens ein sehr hübsches Städtchen. Nach einem kleinen Spaziergang gönne ich mir noch ein Murauer im Open Space Murau – geniale Architektur! Dann überquere ich die Mur auf der historischen Murbrücke. Der Bahnhof ist gleich gegenüber. Was für ein schöner Ausflug das war.




Murau in and out. Foto Veronika Schöll




[…] Wie es auf der Frauenalpe im Sommer so ist, kann man übrigens im Bericht von Veronika nachlesen. […]